Edisona erzählt ihre Geschichte


Hallo, ich bin Edisona, 24 Jahre alt und gehöre zu den "Endosisters".

Auch mich, wie viele andere Frauen übertraf das Schicksal mit Endometriose. Schon mit zehn Jahren bekam ich meine erste Periode, es war so schlimm für mich, nicht nur weil ich mich dafür geschämt habe, sondern auch die starken Unterleibsschmerzen machten mir zu schaffen. Ich musste leider sehr viele Jahre mit den Schmerzen kämpfen, dabei wusste ich jedoch immer, dass diese starke Rücken- und Unterleibsschmerzen nicht normal sein können. Während meiner Periode, musste ich mich in der Schule oft krank melden lassen, ich konnte mich nicht konzentrieren und bin auch oft wegen den starken Schmerzen umgekippt. Für mich war das definitiv nicht "normal" für alle anderen leider schon.





So ging es noch viele Jahre weiter. Ohne Schmerzmittel und mein Wärmekissen geht es bei mir nicht. Anfang Dezember 2018 kam ich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, nicht nur wegen den Periodenschmerzen.

Nach einer langen Untersuchung, sagte man mir die Schmerzen seien ganz "normal" ganz ehrlich ich konnte dieses Wort NORMAL schon gar nicht mehr hören.

Dazu stelle man fest, dass ich drei Eierstockzysten hatte, doch laut Ärztin sei das nicht so schlimm. Ich bekam wieder Schmerzmittel was mir leider nur für wenige Stunden Linderung brachte. Zwei Tage später wurden die Schmerzen noch schlimmer und ich kam wieder ins Krankenhaus. Eine andere Ärztin hatte Dienst und beschloss eine etwas genauere Untersuchung durchzuführen. Kurz danach, wurde ich auch schon notoperiert, die Eierstockzysten waren stark entzündet und mussten sofort raus. Die OP verlief wie geplant doch während der OP stellte man fest, dass ich unter Endometriose leide. Erst 24 Stunden nach der OP schaute die Ärztin nach mir und überbrachte mir die Nachricht. "Frau Bajraj, leider musste ich während Ihrer OP eine Endometriose feststellen. Das bedeutet noch nichts böses, doch lassen Sie das in einem Endometriosezentrum dringend untersuchen."

Endooo was? Genau, ich war sprachlos. Ich wusste überhaupt nicht was auf mich zukommen wird, worum es bei dieser Krankheit geht, ist es bösartig oder gutartig.

Also stand ich da, mit der Diagnose Endometriose aber keinerlei Information.

Ich suchte im Internet wie eine Verrückte nach Endometriose, doch ich fand nichts was mir wirklich helfen konnte. Da ich neu in der Stadt war musste ich erst einmal einen neuen Frauenarzt aufsuchen, erst nach einem Monat bekam ich einen Termin. Bei der Untersuchung beim Frauenarzt stellte sich heraus, dass ich wieder Eierstockzysten hatte, welche direkt wieder raus gemacht werden mussten, da sie viel zu groß waren und mir wieder starke Schmerzen bereiteten. Jetzt hatte ich schon die zweite OP hinter mich gebracht und wusste immer noch nicht mit welcher Krankheit ich es zu tun habe.

Ich startete den zweiten Versuch beim Frauenarzt, vereinbarte einen neuen Termin in der Hoffnung, dass mich endlich jemand aufklärt. Bei meinem Termin bekam ich dann gesagt, dass es ist eine gutartige chronische Krankheit ist, dass jede zehnte Frau darunter leidet und es zahlreiche Symptome gibt, darunter auch Unfruchtbarkeit..

Für mich ist im ersten Moment eine Welt zusammengebrochen, ich hatte mir so sehr ein Kind gewünscht und zu dieser Zeit war bereits ein Baby in Planung. Ich musste das alles erst einmal verarbeiten und klar kommen. Ich startete mit der ersten Therapie und nahm die Pille "Visanne" die ersten Tage nach der Einnahme waren ganz ok, ich merkte wie ich jedes mal schlapp und müde war aber das war ja normal. Ein paar Wochen später, fing es mit den Stimmungsschwankungen an, es wurde immer schlimmer, ich konnte mich selbst schon nicht mehr leiden, ich war von einer Sekunde zur anderen mal gut und mal schlecht gelaunt, ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll, es war ganz schlimm, ich war kurz vor einer Depression. Ich rief meinen Frauenarzt an und erkundigte mich ob es wegen der Pille sein kann und er sagte mir, dass das gut möglich sein kann.

Ich setzte die Pille direkt ab, denn neben der Endometriose konnte ich nicht auch noch eine Depression gebrauchen.

Lange musste ich auf einen Termin in einem Endometriosezentrum warten, als es endlich soweit war und ich dort untersucht wurde, stellte man fest, dass mein linker Eierstock leider sehr beschädigt war und auch mein Darm hatte etwas von der Endometriose abbekommen. Dort fühlte ich mich eigentlich ganz gut aufgehoben, meine ganzen Fragen wurden beantwortet und endlich fühlte ich mich total verstanden. Mir wurden andere Pillen aufgeschrieben, andere Schmerzmittel und ich wurde danach noch zwei mal wegen den Zysten operiert. Immer wieder bilden sich kleine Bläschen, die nennen sich auch Endosalpingiose, welche mir auch starke Schmerzen bereiten, aber da muss ich halt durch. Im Moment habe ich immer wieder mal Probleme mit meinem Darm, nehme daher täglich Flohsamen ein. Es gibt eine Untersuchung nach der anderen, doch leider ist diese Krankheit unheilbar, sie ist einfach da und begleitet mich nun für den Rest meines Lebens.

Meine lieben Endosisters, denkt bitte daran: “Wir verlieren nie unsere Stärke, wir vergessen manchmal nur, dass wir sie haben!" Das ist ok.

Was ich aktuell einnehme:

• Flohsamen gegen Darmblockade

• Ibuflam, Novomansulfon gegen tägliche Schmerzen

• Buscopan Plus, Nux vomica gegen Schmerzen während der Periode

• Floradix gegen Eisenmangel

• Goldene Milch





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