Eva erzählt ihre Geschichte


Ich erinnere mich noch wie als wäre es gestern gewesen, als ich das erste Mal von Endometriose hörte. Eine Freundin erzählte mir eines Tages davon, dass sie daran litt und was dies ungefähr bedeutete. Ich war schockiert und ergriffen zugleich, dass es so etwas gibt? Meine arme Freundin!




Ich konnte ja nicht ahnen, dass das Chamäleon auch schon in mir saß und sich heimlich still und leise ausbreitete. Gute zwei Jahre würde ich auf Umwegen die selbe Diagnose erhalten.


Meine damalige Frauenärztin meinte, als sie die ziemlich große Zyste an meinem linken Eierstock entdeckte, dass das kein Grund zur Beunruhigung sei.

Sie würde wahrscheinlich bald wieder von alleine weggehen und meine Schmerzen zur Menstruation und um dein Eisprung herum seien ganz normal: „Das ist bei manchen Frauen nun mal leider so.“

Auf Anraten von Familienmitgliedern, die auch im medizinischen Bereich tätig sind, holte ich mir noch eine zweite Meinung ein und bekam sofort einen OP Termin. Bei der Farbe und der Größe der Zyste sollte man hier keinesfalls noch länger warten. „So Schokoladenzysten gehen so gut wie nie von alleine wieder weg, besonders nicht, wenn sie schon diese Größe erreicht haben.“, so der Arzt des MIC in München.


Und Gott sei Dank war ich direkt an ihn geraten. Nach der OP erklärte er mir nämlich, dass diese weitaus komplizierter gewesen war als zuerst angenommen. Die Zyste war eng mit meinem Darm und meinem Beckenboden verwachsen gewesen. Hätte ich noch ein paar Wochen mit der OP gewartet, hätte wahrscheinlich ein Teil des Darms mit entfernt werden müssen. Ein paar Monate später, wie meine Frauenärztin vorgeschlagen hatte, hätte mich wahrscheinlich meinen gesamten linken Eierstock gekostet.


Als Folgebehandlung wurde mir die Pille im Langzeitzyklus verschrieben und auch wenn ich kein Fan von der Pille war, war ich doch froh damit erstmals Ruhe vor diesem Schrecken in meinem Unterleib zu haben.

Ich schwankte konstant zwischen absoluter Leugnung und voller Identifikation mit dieser Krankheit.

Und um Letzteres zu vermeiden setzte ich mich auch lange nicht mit ihr und ihren möglichen Ursachen auseinander. Solange ich nicht daran dachte und mich nicht damit beschäftigte war ich auch nicht krank.


Doch nach gute anderthalb Jahren in hormoneller Behandlung konnte ich deren Nebenwirkungen nicht mehr weiter ignorieren. Ich hatte nicht nur meinen Libido verloren, sondern auch meine Verbindung zu und das Gefühl für meinen Körper. Ich fühlte mich wie ein toter Fisch und das belastete nicht nur mich, sondern auch meine Beziehung.


Daher beschloss ich nach langem zögern die Pille gegen den Rat meiner neuen und im Grunde sehr guten Frauenärztin abzusetzen. Ich hatte kurz vorher meine erste Yoga Ausbildung abgeschlossen, welche mir wieder einen Bezug und das Vertrauen in meinen Körper geschenkt hatte.


Ich entschloss meine Angst vor Schmerzen und dem möglichen Verlust meiner Fähigkeit Kinder zu bekommen mit diesem Vertrauen zu ersetzen. Ich würde mein möglichstes tun meinen Körper dabei zu unterstützen dieses Biest in mir unter Kontrolle zu bekommen statt ihn weiter dabei zu blockieren oder ihn für sein früheres Versagen zu beschuldigen.


Es folgte eine Reihe an Experimenten, Ernährungsumstellungen, eine Vielzahl an Nahrungsergänzungsmitteln und eine absolute Revolution meiner Yogapraxis, doch Stück für Stück ging es mir immer besser. Ich lernte wieder mit meinem Körper in Verbindung zu treten und darauf zu hören, was er mir zu sagen hat.


Über ein Jahr nach dieser Umstellung bin ich zwar nicht 100% symptomfrei, aber habe definitiv an Selbstbewusstsein und Lebensfreude gewonnen.

Heilung ist ein Prozess, der wahrscheinlich ein Leben lang gehen wird, aber ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg.

Und da Yoga so einen großen Einfluss für mich auf diesem Weg genommen hat, habe ich mich nun dazu entschlossen dieses Geschenk auch an andere Frauen weiterzugeben. Deshalb habe ich mich nun als Yogalehrerin für Frauen vor allem mit Endometriose, hormonellem Ungleichgewicht und Kinderwunsch selbständig gemacht.

Ich sehe dies als meine Berufung und freue mich ganz vielen Frauen auf ihrem individuellen Weg der Heilung zur Seite zu stehen.

Falls du mehr über mich oder meine Arbeit erfahren möchtest freue ich mich sehr, wenn du mal auf meiner Webseite www.feminine.yoga vorbeischaust.


Endometriose ist zwar für immer Teil unseres Lebens, es muss dieses jedoch nicht für immer definieren!


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