Lena erzählt ihre Geschichte


„Sei nicht so eine Mimi", haben Sie gesagt.

Bauchschmerzen? Die hatte ich schon immer. Oftmals war meine Periode so stark, dass ich ohnmächtig geworden bin, weil ich unter der Dusche stand und das Blut nur so runter lief. Unregelmäßige Blutungen, Krämpfe, Schlaflosigkeit ... Aber seit Sommer 2019 häufte sich vieles, ich hatte einfach ständige Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und mein Immunsystem war im Keller.





Ab Oktober 2019 schränkte sich auch mein Liebesleben sehr ein, ich hatte höllische Schmerzen beim Sex, mir war danach so schwindelig, also ging ich zum Frauenarzt.

Warum habe ich ständig Schmerzen beim Sex? Warum sagt mein Frauenarzt „das kann schon mal passieren“ und warum hat mich keiner ernst genommen außer meine engsten Freunde. Es folgte eine Darmspiegelung, Magenspiegelungen, Unverträglichkeitstests, Krankenhausbesuche mit Verdacht auf Blasenentzündungen und vieles mehr. Kiloweise Schmerzmittel, ich besitze mittlerweile eine ganze Apotheke.


Bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt im April 2020 zählt eine gute Freundin 1&1 zusammen, denn ich war wieder während meiner Periode im Krankenhaus. Sie schrieb mir eine WhatsApp „Lena hast du vllt. Endometriose? Es würde alles passen!“. Ich sagte den Ärzten die Vermutung und sie überweisen mich in die Frauenklinik.


Mai 2020 die Bauchspiegelung: wir konnten alle Endometriose Herde entfernen. Tatsächlich Endometriose! An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meine Freundin, ohne sie wüsste ich bis heute nicht was ich habe.

Traurig, dass kein Arzt es festgestellt hatte, nichtmal die etlichen Frauenärzte die ich besucht hatte und jedes Mal sagten: ES IST NICHTS GYNÄKOLOGISCHES.

Daher bin ich tatsächlich mit meinen Krankenhausbericht nochmal zur meinen Frauenarzt gegangen nur um ihn zu zeigen, dass es etwas gynäkologisches ist nämlich Endometriose - keine Reaktion seiner Seite nur das Rezept für die Minipille. Ich habe weiterhin starke Schmerzen. Im Juli diesen Jahres wurde beim Besuch in einem Endometriose Zentrum neben der Endometriose auch eine Adenomyose festgestellt, woraufhin ich die Visanne verschrieben bekam. Und auch dies war nicht mein letzter Besuch der nächste ist schon geplant. Nun ist es August 2020 die Krankmeldungen und Arztbesuche häufen sich.

Ich weiß nicht wo die Reise hingeht aber aber am Ende wird alles gut sein. Wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.





1. Wie lange hat es gedauert bis Endometriose bei dir diagnostiziert wurde?

Es hat ca. 9 Jahre gedauert.


2. Hat man dich von Anfang an ernst genommen oder wurden deine Beschwerden als

“normal” abgetan?

Leider wurde ich nicht ernst genommen und es hieß sie seien psychosomatisch Beschwerden und ich würde mich zu sehr reinsteigern, da alle Untersuchungen (Magenspiegelung, Darmspiegelung MRT etc.) unauffällig waren.


3. Was sind deine Symptome und welches beeinträchtigt deinen Alltag am meisten?

Blähbauch, Schmerzen beim Stuhlgang, Unverträglichkeiten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Magenkrämpfe, Unterleibsschmerzen ... aber am schlimmsten sind meine Schmerzen morgens nach dem aufstehen im Unterleib. Zudem habe ich starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr was einen sehr frustriert.


4. Fühlst du dich aktuell gut aufgehoben bei deinem Arzt und/ oder Heilpraktiker?

Ja mittlerweile habe ich sehr gute Ärzte bei denen ich mich wohl und verstanden fühle.


5. Wie geht dein Umfeld mit der Krankheit um, fühlst du dich verstanden und erfährst

du ausreichend Unterstützung?

Mein Partner, meine beste Freundin und meine engsten Freunde gehen alle respektvoll mit meiner Krankheit um und unterstützen mich wo sie können. Besonders mein Freund ist eine riesige Stütze für mich, weil er einfach immer für mich da ist und ich ohne ihn das alles nicht schaffen würde.


6. Wie sehr beeinträchtigt die Endometriose deine Arbeit und deinen Alltag?

Derzeit so stark, dass ich nicht arbeiten kann (Beruf: Erzieherin im Kindergarten).


7. Was hättest du direkt nach deiner Diagnose gerne als erstes gewusst?

Ob ich nach der OP nun endlich schmerzfrei bin.


8. Kannst du etwas positives aus der Krankheit ziehen?

Das ich nun weiß, das ich meinen Körper gut kenne und seine Signale richtig gedeutet habe. Ich mich nun sehr gesund ernähre und ich nicht alleine mit der Diagnose bin und es zum Glück viele Mädchen gibt mit denen ich mich austauschen kann die ich ohne die Endometriose nie kennengelernt hätte.


9. Was sind deine wertvollsten Tipps in Bezug auf Prävention der Symptome?

Hört auf euren Körper und lasst euch niemals abwimmeln wenn ihr wisst das etwas nicht stimmt.


10. Was sind deine wertvollsten SOS Soforthilfe Tipps?

Moorkissen, Musik, Fahrrad fahren & eine warme Badewanne.


11. Was möchtest du noch unbedingt loswerden?

Ich bin dankbar, dass es diese Community gibt und wir gemeinsam auf unsere Krankheit aufmerksam machen.




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