Liesa erzählt ihre Geschichte


„Herzlichen Glückwunsch, sie haben Endometriose“

Am 4. März 2020 bekam ich ENDLICH meine Diagnose.

Der schmerzhafte, lange Weg dorthin möchte ich euch erzählen.

Ich leide seit meiner ersten Regel an starken Schmerzen, verbringe die Tage mit unerträglichen Unterleibskrämpfen, die bis in die Beine ziehen im Bett, stand oft kurz vor der Ohnmacht und dröhnte mich mit mindestens fünf Schmerztabletten zu.





Mit 17 begann ich die Pille einzunehmen und verschob damit die Periode immer auf die Samstage, so dass ich arbeiten gehen konnte. Die Partynächte an den Wochenenden fielen somit aus. Ein Glück haben meine Freunde schon immer sehr viel Verständnis gezeigt.

Trotz Pille hatte ich immer starke Schmerzen. Mit 22 setzte ich sie dann ab, weil ich sie nicht mehr vertragen habe. Die Schmerzen fingen dann auch vom Zyklus unabhängig an. Ständige Blasenentzündung, ziehende Bauchschmerzen und Übelkeit.

Mein Frauenarzt jedoch meinte es sei alles in Ordnung und begründete es damit, dass meine Hormone ein bisschen verrückt spielten. Alles in Ordnung?


Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie etwas über Endometriose gehört. Traurig, aber wahr. Wie durch ein Wunder stoß ich ein paar Tage später auf Anna Wilkens Instagram Profil, die sehr viel über Endometriose aufklärt und berichtet. Halleluja ich fand mich in ihren Worten wieder und kaufte mir sofort ihr Buch „In der Regel bin ich Stark“. Ich war mir sicher, dass ich Endometriose habe, es traf alles eins zu eins auf mich zu. Ich berichtete meiner Mama und meinen Freundinnen darüber, die sofort meinten ich soll zu einem Frauenarzt, der darauf spezialisiert sei. Gesagt getan, ich machte einen Termin bei einem Spezialisten, der leider richtig unnötig war.

Dieser meinte es deute zwar alles daraufhin, jedoch soll ich einfach die Pille im Dauer Zyklus einnehmen, dann hätte ich keine Beschwerden und außerdem gute Haut. WTF?

Ich war sehr enttäuscht, denn ich wollte einfach wissen was in meinem Unterleib vorgeht.


Auf keinen Fall griff ich zur Pille zurück. Ich beschloss wieder zu meiner vorherigen Frauenärztin zu gehen, da sie immer nett und einfühlsam war. Ich diagnostizierte mich quasi selbst. Als ich ihr von meiner Vermutung erzählte und sie durch meine Akte ging war sie voll und ganz auf meiner Seite und vereinbarte für mich noch am gleichen Tag einen OP-Termin im Endometriose Zentrum.


Wieso nicht gleich so? Wieso musste ich erst selbst auf meine Krankheit kommen? Das kann doch nicht wahr sein? Wieso habe ich noch nie, in keinem Frauenarzt Wartezimmer Flyer über Endometriose gesehen? Wieso ist dieses Thema so tabu?

3. April 2020 Etwa zehn Jahre zu spät bekam ich die Diagnose durch eine Bauchspiegelung. Vielleicht können es manche nicht verstehen, aber ich habe mich gefreut zu hören, dass ich Endometriose habe, ich hatte endlich Gewissheit. Herd Exzision an Blase, Darm, Eierstöcken, Becken, Bauchfell und Uterus.


Ich nehme nun seit einem Monat die Endovelle im Dauer Zyklus, ohne Nebenwirkungen. Ich hoffe, dass ich keine weiteren Operationen brauche, da diese für mich sehr schmerzhaft war. Ich wünsche allen Endosistern nur das Beste und eine beschwerdefreie Zukunft!


Meine Tipps gegen die Schmerzen: Yoga, Meditation, Tee: Himbeerblätter/Mönchspfeffer/Frauenmantel gemischt (in der Apotheke erhältlich) und eine Ernährungsumstellung.




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